Urlaub vom 25.07.2026 bis zum 09.08.2026. In dieser Zeit finden keine Stillberatungen statt und es werden keine Waren versendet. Bestellen und Kurse buchen könnt ihr aber natürlich weiterhin ;-).
Diese Frage höre ich immer wieder, wenn für Eltern die Rückkehr ins Arbeitsleben nach der Elternzeit bevorsteht. Viele Mütter spüren den gesellschaftlichen Druck, dass mit dem Kita-Start auch das Abstillen kommen müsse – schließlich „ist das Kind ja jetzt groß“ oder „das klappt sonst bestimmt nicht mit der Eingewöhnung“. Doch das stimmt ganz klar nicht. Eine Kitaeingewöhnung mit Stillkind kann wunderbar gelingen – und bringt sogar viele Vorteile mit sich.
Sicherheit zum Mitnehmen
Für ein Kleinkind bedeutet der Start in die Kita eine große Veränderung. Neue Menschen, neue Räume, neue Abläufe – all das kann verunsichern. Nach einem aufregenden Kita-Tag kann das Stillen ein wichtiger Moment des Runterkommens und Wiederankommens sein – ein vertrauter Anker im neuen Alltag. Die Ausschüttung von Oxytocin beim Stillen hilft dann sowohl dem Kind wie auch der Mutter sich nach der Trennung wieder zu entspannen und miteinander zu verbinden. Stillen ist weit mehr als Nahrung: Es ist Trost, Bindung, Regulation. Und so entsteht nach einem Aufenthalt in der Fremdbetreuung, zu Hause an Mamas Brust, Geborgenheit, Nähe und Sicherheit.
Muttermilch – wertvoll, auch nach dem ersten Geburtstag
Weiterhin bleibt Muttermilch auch im Kleinkindalter eine wertvolle Nährstoffquelle. Sie enthält weiterhin hochwertige Eiweiße, gesunde Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Antikörper, die das Immunsystem stärken – gerade in der Kita-Zeit, wenn der erste Husten oder Magen-Darm-Virus meist nicht lange auf sich warten lassen. Stillen kann dazu beitragen, Krankheiten abzumildern oder den Verlauf zu verkürzen. Viele Kinder kommen so leichter durch die typische „Kita-Viren-Zeit“.
Schlafen und Eingewöhnung – kein Widerspruch
Viele Eltern fürchten, ihr Kind könne in der Kita nicht schlafen, wenn es zu Hause noch an der Brust einschläft. Doch Kinder verstehen den Unterschied zwischen Kita und Zuhause sehr gut und entwickeln meist schnell eigene Einschlafrituale mit Unterstützung der Erzieherinnen. Das Stillen zu Hause bleibt dennoch ein wichtiger Bestandteil des Weiteren Alltags – ein Moment der Nähe nach einem Tag voller Eindrücke.
Zeit lassen – für Kind und Eltern
Das Wichtigste: Eine Eingewöhnung braucht Zeit. Kein Kind gleicht dem anderen, und jedes hat sein eigenes Tempo. Stillen kann in dieser Phase eine große Hilfe sein, denn es bietet Vertrautheit in einer Zeit der Veränderung. Ein Abstillen „wegen der Kita“ ist deshalb weder nötig noch ratsam. Stillen sollte niemals an ein Ereignis – wie den Kita-Start, einen Urlaub oder einen Umzug – gekoppelt werden. Es lohnt sich, dem Kind diese Sicherheit zu lassen und lieber etwas mehr Zeit für die Eingewöhnung einzuplanen.
Fazit
Abstillen ist ein Prozess, der aus der Beziehung zwischen Mutter und Kind heraus entstehen darf – nicht aus äußeren Umständen. Eine gelungene Kitaeingewöhnung braucht kein Abstillen, sondern Vertrauen, Geduld und Nähe.